Judo Prüfungen Dan
Dan-Grade
1. Dan / 2. Dan / 3. Dan / 4. Dan /5. Dan
Gürtel oberhalb des 5. Dan (Großmeistergürtel) können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden.
Sie werden ausschließlich verliehen.
Erläuterungen zum Prüfungsprogram 1. Dan
Prüfungsschwerpunkte:
Der 1. Dan soll die Inhalte des kyu-Programms festigen und in Sinnzusammenhängen erweitern. Der schwarze Gürtel wird in der Öffentlichkeit als "Meistergrad" wahrgenommen. Diesem Anspruch muss er durch hohe Qualitätsstandart auch bereits in der ersten Stuffe genügen.
Anmerkungen zu den Prüfungsfächern:
1. Vorkenntnisse:
Es können alle Techniken des Kyu-Ausbildungsprograms im Sinne einer Ergebnis- und Qualitätssicherung stichprobenartig abgeprüft werden.
2. Wurftechniken:
Die Go-Kyo ist für den Deutschen Judo Bund eine wichtige historische Systematischierung von Wurftechniken. Deshalb sollen zum 1. Dan die sieben Wurftechniken der Go-kyo gezeigt werden, die im Kyu-Ausbildungsprogramm noch nicht erwähnt wurden.
3. Bodentechniken:
Als Kompromiss zwischen Namensgebung des Kodokan und gewachsenen methodischer Tradition in Deutschland werden 5 Haltegriff-, 7 Armhebel- und 7 Würgegriffgruppen benannt. Zum 1. Dan soll jeweils eine Variante demonstriert werden.
4. Anwendungsaufgaben Stand / SV:
Der Prüfling soll seine Spezialtechnik in technisch/taktischen Zusammenhängen erklären und demonstrieren können. Dazu gehören Fassartstrategiien zu beiden Auslagen und die bevorzugte Wirfposition mit evtl. vorbereitender Technik (max. 5min) . Als Wurfverkettung können sowohl Finte als auch kombination gezeigt werden. Alle Techniken, auch die konter, sind frei wählbar, sollten in taktischem Zusammenhang stehen (SV-Aufgabe in gesonderter Übersicht).
5. Anwendungsaufgabe Boden / SV:
Bei den Übergängen vom Stand in die Bodenlage sollte möglichst ein für die Bodentechnik notwendiger Griff bereits im Stand vorbereitet werden oder vorhanden sein. Beim Erarbeiten gegen die Bank-/Bauchlage werden unter Berücksichtigung von drei Angriffsrichtungen und der drei Technikprinzipien insgesamt nur drei Techniken verlangt. grundsätzliches abwehrverhalten am Boden, wie z.B. "Einrollen", wird ausfürlich erläutert (SV-Aufgabe in gesonderter Übersicht).
6. Übungsformen:
Die grundlegenden Übungsformen Tandoku-renshu (mit sicherem Stand nach Platzwechsel) und Uchi-komi aus dem Stand in korrekter Auslage und günstigem Griff (wir empfehlen Kontakt-Uchi-komi ohne den Partner auszuheben) sollen zur Spezialtechnik demonstriert werden.
7.Theorie:
Einfache bewegungstheoretische Aspekte:
Der Prüfling soll in der Lage sein, einfache biomechanische Aspekte, wie Zug- und Druchrichtung, Kontaktpunkte und Kräftewirking vin Techniken, sowie Gleichgewichtsverhlten von Uke und Tori zu erklären.
8. Kata:
Die Nage-no-kata bleibt weiterhin die traditionelle Kata für den 1. Dan. Sie wurde in den letzten drei Kyustufen systematisch vorbereitet undmuss nun zum ersten Mal komplett ( auf Grundlage der Kodokan DVD von 2008) demonstriert werden.
| 1. | Tsuri-goshi | Hüftzug |
| 2. | O-soto-guruma | Großes Außenrad |
| 3. | Sikui-nage | Schaufelrad |
| 4. | Uki-waza | Schwebe (wurf) technik |
| 5. | Sumi-otoshi | Echenkippe |
| 6. | Harai-tsuri-komi-ashi | Hebezug-Fußfegen |
| 7. | Yoko-Wakare | Seitenriss |
| 8. | Kata-gatame | Schulter-Haltegriff |
| 9. | Hara-gatame | Hebel mit Hilfe des Bauchs |
| 10. | Kannuki.gatame | Riegelstreckhebel |
| 11. | Ashi-gatame | Bein (Fuß) Hebel, Hebel mit Hilfe des Beines / Fußes |
| 12. | Kata-te-jime | Würgen (hauptsächlich) mit der Hand |
| 13. | Ryo-te-jime | Doppelhand-Würgen, (Parallelgriff-Würgen) |
| 14. | Ashi-jime | Würgen mit hilfe des Beines / der Beine |
| 15. | Tandoku-renshu | Einzelübungen, ohne Partner (Übungsform) |
| 16. | Uchi-komi | Wiederholte Wurfansätze ohne Wurf (Übungsform) |
| 2. Dan | ||||||
| Vorkenntnisse | alle Techniken der bisherigen Ausbildungsstufen können stichprobenartig abgeprüft werden | |||||
| Wurftechniken | Sode-tsuri-komi-goshi | Yama-arashi | Hikkomi-geshi | Tawara-geshi | Morote-geri | Obi-otoshi |
| Bodentechniken | 2 Varianten der 5 Osae-komi-waza | 2 Varianten der 7 Kansetzu-waza | 2 Varianten der 7 Shime-waza | |||
| Anwendungsaufgabe Stand / SV |
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| Anwendungsaufgabe Boden / SV |
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| Übungsformen |
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| Theorie |
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| Kata |
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| 4. Dan | |
| Vorkenntnisse |
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| Standtechnik (stichprobenarti) |
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| Bodentechnik (stichprobenartig) |
Demonstration, Erläuterung und Begründung grundsätzlicher Verhaltensweisen, prinzipien und Lösungsmögelichkeiten am Boden: a) Angriff aus der Ober- und Unterlage b) Abwehr aus der Ober- und Unterlage jeweils zu allen Standartsituationen |
| Theorie | geschichtliche Entwicklung und prinziepieller Hintergrund |
| Kata | wahlweise Kodokan-goshin-jutsu oder Ju-no-kata |
| 5. Dan | |
| Vorkenntnisse | alle Aufgaben der Kyu- und Dan- Ausbildungsstufen können stichprobenartig abgeprüft werden |
| Technik |
Schriftliche Ausarbeitung, mündliche und praktische Darstellung von zwei komplexen judospeziffischen Themen aus den folgenden drei Bereichen:
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| Theorie | grundlegende Gedanken zur weiteren Entwicklung des Judo und zum Selbstverständnis des Judoka |
| Kata | Itsutzu-no-kata und Koshiki-no-kata oder Itsutsu-no-kata und Kime-no-kata (nur wenn nicht bereits gezeigt, Eintrag Judopass) |
Dan Grade 6.-10. Dan (die rot-weissen und roten Gürtel)
In diesem Zusammenhang wird auch gerne behauptet, dass Kano den 11ten oder 12ten Dan getragen hätte. Das ist allerdings nicht richtig. Kano hatte überhaupt keinen Gürtel, weder Kyu noch Dan. Kano der Begründer (Shihan) des Judo, niemand hätte die Kompetenz und das Recht ihm einen Gürtel zu verleihen. Somit könnte man allerdings sagen, dass Kano ein Weissgurt war.
Höhere Graduierungen als den 10. Dan werden weltweit nicht vorgenommen, da auch Kano niemals einen höheren Gürtel verliehen hat und es so eine Entwertung der bisherigen JuDan- Träger gleichkäme, wenn eine höhere Graduierung vergeben würde. Theoretisch wäre es allerdings möglich, da die Anzahl der Graduierungen im Judo niemals festgelegt worden ist.
Der 10. Dan (rot) wird von der IJF (international Judo Federation) oder vom Kodokan (die erste ursprüngliche und von Kano gegründete Judoschule in Tokio, Japan) verliehen. Dies wurde in der Geschichte des Judo bisher nur 17 mal vorgenommen und ausschliesslich an Personen, die sich ein Leben lang um das Judo verdient gemacht haben und auch nachweislich weltweiten Einfluss auf die Entwicklung von Judo genommen haben. Der weltweit erste 10. Dan wurde von Kano selbst an Yamashita posthum verliehen (auf der Verleihungsurkunde wurde als Datum allerdings der Todestag vermerkt).
Diese Graduierungen sind schwer zu erlangen, da sie nicht durch eine technische Prüfung zu erlangen sind. Sie werden ausschliesslich verliehen. Dabei werden der 6. und 7. Dan durch den Ehrenrat Landesverband, der 8. und 9 (rot). Dan durch den Ehrenrat des Deutschen Judobundes verliehen. Die Ehrungen zu diesen Hohen Graduierungen setzen ein lebenslanges Wirken im Judosport voraus – je höher der Dan, desto länger und weitreichender das Wirken im Judo.
Dan Prüfung

